©opyright by

Seit 1989
Ihre Spende ermöglicht unser Weiterbestehen PC-80-34492-7
Notfälle/Infos:
|
Wer in dieser Rubrik verbindliche Antworten zur Handhabung einer Drogenüberdosis erwartet, hat sich definitiv in der Adresse geirrt: Denn das wäre uns juristisch wie vor allem auch moralisch-ethisch viel zu delikat. Trotzdem wollen wir kurz auf diese Thematik eingehen. Bei "overdoses" (ODs) sind meist Opioide im Spiel (oft erschwerend im Verbund mit Benzodiazepinen, Kokain und/oder Alkohol). Für einen Laien ist es nun aber schwer zu beurteilen, ob es sich um einen ernsthaften Vorfall handelt, der ärztlicher Betreuung bedarf, oder ob ein Konsument nur eben mal kurz wegtaucht. Wenn aber jemand für mehrere Minuten nicht mehr auf Ansprechen reagiert, unregelmässig oder kaum atmet oder evtl. gar bläulich anzulaufen beginnt, sollte jedem klar sein, dass gehandelt werden muss. Denn im Gegensatz zum Gift des Knollenblätterpilzes oder einiger Drogen ist auch eine schwere Opioidvergiftung durchaus therapierbar, kennt doch die Medizin wirksame Antidote wie Naloxon, das jede Opioidwirkung (auch die so gefährliche Atemdepression) schlagartig aufheben kann (was natürlich auch dazu führt, dass der zuvor komatöse Patient sich nach Erwachen oft auf Entzug fühlt). Für den Arzt ist ein Patient mit einer massiven Kokain-Vergiftung bedeutend schwieriger zu therapieren, kennt da die Medizin doch kein Antidot. Sedativa und Ueberwachung des Patienten sind da die Mittel der Wahl. Während Heroin ODs rückblickend sich oft an nichts mehr erinnern können und gar schon mal das Alarmieren des Rettungsdienstes vorwurfsvoll als unverhältnismässig schimpfen, schildern Kokainüberdosierte in der Rückblende ihre Erfahrungen als äusserst belastend, als pures, angstvolles Horrorerlebnis. Weitere Drogen, die immer wieder zu ODs führen, sind Benzodiazepine wie das auf der Szene beliebte Rohypnol. Aber glücklicherweise sind diese Vergiftungen, obwohl die Betroffenen völlig wegtreten, selten wirklich lebensbedrohlich. Bedeutend toxischer sind aber die älteren Schlafmittel aus der Klasse der Barbiturate. Diese Substanzgruppe war vor der Entwicklung der Benzos, als ihre Vertreter wie z.B. Vesparax, Nembutal oder Seconal von Aerzten noch breit verordnet wurden, ein beliebtes Mittel der Wahl bei Suizidwilligen. Deshalb überrascht wenig, dass bei der Sterbehilfe in der Schweiz ein Barbiturat, nämlich Natrium-Pentobarbital, zum Einsatz kommt. Wer trotz einer vermuteten OD-Situation vermeiden will, dass ein Krankenwagen mit Blaulicht bei ihm vorfährt, sollte halt dafür sorgen, dass er sich oder die zu betreuende Person auf dem schnellsten Weg selber in die Notaufnahme eines Spitals schafft. Gerne gesehen wird das dort zwar nicht, aber schliesslich kann es um ein Leben gehen! Warum denn haben immer wieder so viele Betroffene bei Drogennotfällen Angst, die Ambulanz kommen zu lassen, und warum ist aus dieser Angst heraus schon so mancher Junkie abgekratzt? Antwort: Weil es - zumindest früher - in Zürich und wohl auch anderswo in der Schweiz üblich war, dass bei Drogennotfällen automatisch die Polizei gleich mit aufkreuzte... - Uebrigens, wie wir bei den "Drugs Scouts" nachlesen, ist diese Unsitte bei unseren nördlichen Nachbarn immer noch gang und gäbe! An dieser Stelle einige Notfallinfos, die wir direkt von den "Drug Scouts" (www.drugscouts.de) abkupfern (wir laden sie gerne ein, sich im Gegenzug bei uns zu bedienen). ERSTE HILFE:
Drogenkonsum ist mit Risiken verbunden, selbst
dann, wenn Du Safer-Use-Regeln befolgst! Generelle Regeln
1.
Hilfe bei Bewusstlosigkeit
Auch wenn Du es noch
nie versucht hast, SOFORT Mund-zu-Nase-Beatmung
durchführen!
Beine hochlagern des/der Betroffenen hochlagern und ihn/sie auf den Rücken legen, Notarzt rufen und Atmung, Puls, Bewusstsein kontrollieren.
Lege die Person hin,
schütze sie vor Verletzungen (Gegenstände und Möbel
wegräumen, Kissen oder Kleidung unter ihren Kopf
legen).
1.
Hilfe bei Hitzschlag
Es ist wichtig, den/die Betroffene/n so zu lagern, dass der Kopf oben ist (hinsetzen und bei ihm/ihr bleiben). Gib ihr/ihm Vitamin- und Mineralgetränke. Solltet ihr auf einer Party sein, dann versucht am besten, wenn vorhanden, in den Chill-out-Bereich oder ganz raus zu gehen, sonst in eine ruhige, kühlere Ecke. Es ist sehr wichtig, den Rettungsdienst zu rufen und ihm zu sagen, welche Substanzen konsumiert wurden. Bleibe auch hier ständig bei dem Betroffenen und kontrolliere Atmung, Puls und Bewusstsein.
1.
Hilfe bei Bad Trips
Hinweis:
Diese Anleitungen ersetzen den Besuch eines
Erste-Hilfe-Kurses nicht!
Wir bieten Kurse an! - Erste-Hilfe
im Drogen-Notfall Notfallnummern und Kontakte: SCHWEIZ Informationen zu Vergiftungen mit allen Substanzen, ob sich um die irrtümliche Einnahme eines Fleckenreinigers, einen Schlangenbiss oder um Komplikationen durch eine Drogeneinnahme handelt, erteilt das Toxikologische Informationszentrum (www.toxi.ch). In der markant schweizerisch-knappen Art heisst es dort: Neue nationale Notfallnummer 145 (24h-Dienst). Die bisherige Nummer 044 251 51 51 bleibt aber weiterhin in Betrieb. Unverändert bleibt auch die Nummer 044 251 66 66 für nichtdringliche Fälle. Bei Vergiftungen gibt das TOX folgende Tipps: Bei Vergiftungsverdacht sollten Sie einen Arzt oder ein Tox-Zentrum anrufen (Tel. 145, 24h). Versuchen Sie, die folgenden Informationen zu liefern, die für eine individuelle Risikobeurteilung und Behandlung wichtig sind: WER: Alter, Gewicht, Geschlecht der betreffenden Person, Telefonnummer für Rückruf |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
WAS: Alles was Sie über das beteiligte Mittel sagen können WIE VIEL: Versuchen Sie, die maximal mögliche aufgenommene Menge abzuschätzen WANN: Versuchen Sie, die seit dem Vorfall verstrichene Zeit abzuschätzen WAS NOCH: Erste beobachtete Symptome? Erste getroffene Massnahmen? Hier die ganzen Tipps des TOX auf 10 Seiten als pdf.
Notfallnummer der Sanität 144 (gratis)
Die Mobile Drogenarbeit Innsbruck (MDA) rät bei Notfällen
|